Netzwelt

Artikel 13 & Upload-Filter: Die nackte Wahrheit

Das geplante EU-Copyright betrifft uns alle

Zusammenfassung

  • Artikel 13 betrifft uns alle, weil es die Kultur des Internets massiv verändern wird.
  • Kreative profitieren nicht davon. Nur Konzerne.
  • Memes und Gifs und Meinungsäußerungen werden zum Kollateralschaden.
  • Technikneutrale Gesetze sind im Digitalzeitalter eine Schande *denke_Shame_Gif*
  • Auch du kannst jetzt handeln.

Stell dir vor, du möchtest ein Urlaubsbild auf Instagram hochladen und du bekommst die Nachricht: „Der Rechteinhaber hat dieses Bild nicht für den Upload freigegeben.“ Stell dir vor, du möchtest auf YouTube eine Buchkritik anschauen und es geht nicht, weil der Inhalt für Europa gesperrt ist. Das und noch viel mehr kann passieren, wenn die EU-Urheberrechtsform mit Artikel 13 und den implizierten Upload-Filtern kommt. Warum? Ich erkläre es einmal.

Warum überhaupt eine Copyright-Reform?

Eine neue, moderne Urheberrechtsregelung, die auch die Digitalisierung mitdenkt, ist dringend nötig. Heutzutage ist jeder irgendwie Urheber und Kreativer. Und wir können alles überall hochladen. Das ist auch der Stein des Anstoßes. Plattformen wie YouTube, Instagram und Twitter, auf denen jeder von uns Inhalte hochladen kann (Texte, Links, Bilder, Videos, Musik…), verdienen mit eben diesen Inhalten Geld: Sie schalten Werbung – ob in einer Randspalte oder inmitten eines Videos. Sie geben viel Geld aus und wollen im Gegenzug viel Geld verdienen. Und tun dies mehr oder minder auch. Im Gegenzug können wir – aber auch Unternehmen – YouTube & Co. nutzen: um Videos anschauen, aber auch um kostenlos Werbebilder zu verbreiten. Doch da hört es nicht auf. Denn auch in Foren, Wikis und Bilddatenbanken laden wir Inhalte hoch.

Artikel 13 verändert das Internet – wenn er wirklich so kommt
Artikel 13 verändert das Internet – wenn er wirklich so kommt | © Foto: Matthew Henry on Unsplash, meLanche

Das Problem: Jeder lädt alles hoch

Nicht jeder hat die Rechte für das, was er da hochlädt – auch wenn die AGBs von Plattformen dies ganz klar verlangen. Und so findet man auf Plattformen haufenweise Inhalte, die Urheberrechte verletzen. Beispiele hierfür sind Reportagen, Hörspiele oder dieses Disney-Bild, das du für eine Challenge hochgeladen hast. Frustrierend ist das für diejenigen, die diese Inhalte erstellt haben und keinen Cent für die Verbreitung bekommen. Was darf man? Was nicht? Und wer verdient daran? Nur einige Probleme, die es zu lösen gilt.

Was die Befürworter von Artikel 13 sagen

Große Plattformen wie YouTube sollen für alle urheberrechtsgeschützen Inhalte (Bilder, Videos, Musik, Text …) vorab Lizenzen kaufen. Schluss also mit der Schmarotzerhaltung von YouTube, Facebook & Co., die mit den kostenlosen Inhalten von Kreativen Milliarden scheffeln. Kreative sollen endlich fair bezahlt werden. Parodien, Kritiken, Memes und Gifs seien selbstverständlich auch künftig erlaubt. Und auch die Meinungsfreiheit soll – mehr oder minder – nicht betroffen sein. Niemand wolle Upload-Filter. Soll YouTube doch eine Pauschale bezahlen, sodass jeder alles hochladen kann – rechtssicher und ohne sich darüber Gedanken zu machen, ob er das nun darf oder nicht. Echt jetzt? Das kann so alles gar nicht stimmen.

Was die Befürworter von Artikel 13 damit WIRKLICH meinen

Es soll Geld fließen. Viel Geld. Doch wie sollen YouTube, Facebook & Co. mit jedem einzelnen Kreativen, der irgendwo auf der Welt z.B. ein Bild macht, Lizenzverträge schließen? Die Lösung: „Rechteverwerter“. Also diejenigen, die die Nutzungsrechte von Inhalten haben und/oder Lizenzen verkaufen. Das sind Verwertunggesellschaften wie die Gema, VG Wort oder VG Bild, aber auch Film- und Musikkonzerne, Bilddatenbanken oder z.B. Verlage. Mit der Gema hat YouTube ja bereits einen freiwilligen Deal geschlossen. Warum also das System nicht ausweiten? YouTube und Facebook zahlen einfach eine Pauschale an eben diese Rechteverwerter und schon sind wir alle sicher und sonst wird sich nichts ändern. Wirklich?

Was die Befürworter von Artikel 13 NICHT bedenken

Theoretisch ist heutzutage jeder ein „Kreativer“. D.h. es müssten alle Inhalte, die möglicherweise hochgeladen werden „könnten“, vorab lizensiert werden. Und das für Milliarden von Bildern, Videos, Musik, Texten etc. Das ist schlicht nicht möglich. Nicht für YouTube. Nicht für Facebook. Und ganz sicherlich nicht für kleinere Plattformen, wie z.B. Fan-Wikis oder Bilderdienste wie Pexels, wo Bilder mit „freier“ Lizenz kostenlos heruntergeladen und genutzt werden können. Niemand hat Millionen kleiner Helfer, die das leisten können. Und: Warum sollten sie? Wozu eine Lizenz für einen Inhalt, der vielleicht nie hochgeladen wird? Und wer keine Lizenz vorweisen kann, muss zumindest alles dafür tun, damit Urheberrechte nicht verletzt werden können. Ansonsten haftet er dafür. Auch dies kann niemand manuell sicherstellen. Die Konsequenz: Upload-Filter.

Warum Upload-Filter keine Lösung sind

Schon jetzt verwendet YouTube ein Content-ID-System, bei dem urheberrechtsgeschützte Inhalte bereits während des Uploads erkannt und blockiert werden. Nicht immer. Aber soweit es aktuell wohl möglich ist. Das System ist alles andere als perfekt. So gab es z.B. den Fall eines YouTubers, dessen Eigenkomposition von einem „Rechteinhaber“ beansprucht wurde. Sämtliche Werbeerlöse gingen nicht an den YouTuber, sondern an denjenigen, der die Lizenz beansprucht hatte. Es gibt auch Fälle bei denen ganz regulär eine Musiklizenz erworben wurde und jedesmal Videos gesperrt wurden, weil erst mit YouTube, einem Verwerter und dem eigentlichen Kreativen aufwändig geklärt werden musste, wer nun wem für was genau welche Rechte erteilt habe. Selbst ich habe solche Erfahrungen bereits gemacht. Denn es gibt eben nicht nur einen exklusiven Rechteverwerter. Auch der Kreative selbst kann Rechte erteilen. Und es gibt internationale Lizenzen. Und Lizenzen die sich je nach Einsatz ändern. Mit anderen Worten: Es ist kompliziert. Kein Filter der Welt kann solch ein komplexes Konstrukt einschätzen. Die Konsequenz: Alles vorab sperren. Plus: Ein aufwändiger Prozess für alles, was man hochladen will. Oder: Manche Inhalte werden für Europa einfach gänzlich gesperrt. Ganze Industrien haben sich bereits entwickelt, um Lizenzen plattformgerecht bereitzustellen. Davon bekommen natürlich große Rechteverwerter nichts ab. Dass die das doof finden, verstehe ich.

Deine Memes bleiben … nicht

Es heißt immer, dass Memes, Parodien etc. nicht von der Reform betroffen sind. Das ist falsch. Denn auch hier kann ein Filter nicht greifen. Woher weiß denn ein Filter, dass die Filmausschnitte, die ich während einer Filmkritik zeige, legal und erlaubt sind? Woher weiß ein Filter, dass ich aus einem Buch „zitiere“ und das erlaubt ist. Facebook und China haben doch Gesichtserkennung. Also kann ein Upload-Filter sicherlich auch irgendwie erkennen, was man hochladen darf und was nicht … Dieses Technikvertrauen ist ganz schön wagemutig. Selbst ein Filter von Google, der mehr als 100 Millionen USD gekostet hat, ist nicht so zuverlässig, wie ein Artikel 13 es erfordern würde. Auch ich wurde schon einmal für eine Filmkritik gesperrt. Weil Filter immer noch dumm sind. Ja, sie lernen dazu. Aber es werden noch viele, viele Jahre ins Land gehen, bis ein Upload-Filter wirklich zuverlässig arbeitet. Selbst Axel Voss (CDU), Verhandlungsführer im Europaparlament zur Reform, gibt sogar zu: „Ich kann nicht dafür garantieren, dass die Maßnahmen, die Plattformen ergreifen um ihrer Haftung gerecht zu werden, hundertprozentig arbeiten und deshalb die Meinungsfreiheit auch mal eingegrenzt wird.“

Warum mit Artikel 13 kleine Plattformen sterben

Theoretisch soll es „Ausnahmen“ für kleine und junge Plattformen geben. Doch das wird niemanden retten. Beispiel: Freie Bilddatenbanken. Es gibt Foto-Plattformen auf denen du deine eigenen Bilder hochladen kannst, damit sie andere kostenlos nutzen können. Oftmals musst du dabei nicht einmal als Urheber genannt werden. Warum macht man das dann? Weil es dennoch Eigenmarketing ist. Und: Es entspricht dem Zeitgeist. Dem „Community-Gedanken“. Natürlich kann ich mein Foto offiziell verkaufen und bekomme dann pro Verkauf ein paar Cents. Die Verdienstmöglichkeiten halten sich für mich als Nicht-Profi jedoch in Grenzen. Also warum nicht teilen? Gerade Selbständige und kleine Unternehmen haben kein Budget für teure Werbung. Ihnen helfen freie Bilder besonders. Doch diese Plattformen verdienen nicht so viel wie Google, sodass sie sich teure Upload-Filter leisten könnten. Ein praktisches Beispiel aus seinem Alltag liefert der Anwalt Christan Solmecke.

Internationale Plattformen könnten dagegen dann einfach europäische Nutzer ausschließen. Wikis könnten sterben. Ausnahme: Wikipedia. Die sind riesig. Die haben eine Lobby. Kleine Foren und Wikis müssen ebenfalls für verletzte Copyrights haften. Das können sie schlicht nicht. Zurück bleiben große Plattformen wie YouTube und Facebook, die sich das Rechtsrisiko und etwaige teure Filter leisten können. Plattformen werden nicht „verboten“ – aber ihnen werden Auflagen aufgebürdet, die sie nicht leisten können und sollten.

Aber die Kreativen können ja nichts machen

In einem Artikel auf Orange (Handelsblatt) habe ich gelesen: „Bisher können Kreative wenig machen, wenn du zum Beispiel ihre Songs einfach so in einem Video hochlädst.“ Das ist kompletter Mumpitz. Denn zum einen geht es bei der Reform nicht um den einzelnen Kreativen. Der wird hier eben NICHT berücksichtigt. YouTube & Co. sollen endlich zur Kasse gebeten werden und andere große Unternehmen für Inhalte bezahlen. Wie viel und ob beim Kreativen davon überhaupt etwas ankommt, ist ein großes Fragezeichen. Und NATÜRLICH können „Kreative“ Inhalte melden und diese werden dann auch gelöscht – außer vielleicht auf Twitter ;). Aber: Ein Songcover ist immer auch Werbung für den eigentlichen Sänger. Es ist ein Irrglauben, dass mehr Menschen einen Song kaufen, weil sie ihn nicht anderswo als Cover umsonst hören können. Im Gegenteil: In vielen Fällen ist es kostenlose Werbung, wenn Inhalte auf die ein oder andere Weise „verwertet“ werden. Und warum verdient dann YouTube mit daran? Weil YouTube die Community stellt. YouTube hat sehr viel dafür getan, dass es von so vielen Menschen genutzt wird. Auch das ist eine Leistung, die bezahlt werden darf.

Mehr WIRKLICHE Rechte für Kreative

Eine echte Urheberrechtsreform muss an ganz anderer Stelle ansetzen. Denn in vielen Fällen werden Kreative ausgebeutet und ihre Rechte im Internet untergraben. Das gilt für Journalisten ebenso wie z.B. Grafiker oder Musiker. Es fängt also bei den Rechteverwertern an. Den Konzernen, den Verlagen. Dann kommen die Plattformen. Und das Meldesystem auf Plattformen muss definitiv verbessert werden für besseren Schutz. Auch beim Upload von Inhalten kann man einiges machen. Es gibt noch immer Content Creator, die nicht über ein Impressum verfügen, sodass man diese im Zweifelsfall direkt kontaktieren könnte. Hinzu kommt, dass sich viele – leider – keine AGBs durchlesen. Also auch im Bereich von „Schulungen“ zum Copyright kann noch einiges getan werden. Und ja: Auch YouTube & Co. müssen mehr in die Pflicht genommen werden – allerdings mit Fokus auf die „Urheber“, damit KREATIVE wirklich einen fairen Anteil bekommen.

Kollateralschaden: Artikel 13 zerstört dein Internet

Was könnte also im schlimmsten Fall passieren, wenn Artikel 13 so eintritt, wie es aktuell vorgesehen ist? Beispiel: Instagram. Stelle dir vor, du lädst ein Urlaubsfoto hoch. Doch das geht nicht. Weil ein anderer bereits so ziemlich das gleiche Bild vom Eifelturm gemacht hat und daran die Rechte hat. Oder: Ein anderer klaut eines deiner Bilder und postet es auf Instagram. Die „Lizenz“ dafür hat Instagram ja pauschal bezahlt an irgendeinen Verwerter. Du weißt davon nichts. Und du bekommst auch kein Geld dafür. Bitte? Dein Profilbild auf Instagram? Vergiss es! Leider auch nicht erlaubt, weil es einen Stoffhasen zeigt, den du leider nicht persönlich hergestellt hast. Und selbst wenn: Ist das Strickmuster von dir? Deine Motivationssprüche? Verboten! Teilen? Vielleicht lieber nicht… Diese Apps mit denen du deine Statusbilder für WhatsApp machst, kannst du dann wohl auch vergessen. Und: Nur weil es neue Regelungen gibt, heißt das nicht, dass dich persönlich niemand bei einem Verstoß verklagen kann. Alles Panikmache? Nein. Genau das KÖNNTE passieren. Weil Artikel 13 eben NICHTS regelt.

Artikel 13: Es ist unsinnig, analoge Gesetze auf eine digitale Welt zu stülpen
Artikel 13: Es ist unsinnig, analoge Gesetze auf eine digitale Welt zu stülpen | © Foto: Matthew Henry on Unsplash, meLanche

Fazit und offene Fragen

Natürlich sind das extreme Beispiele. Aber die Reform ist eben nicht so eindeutig formuliert, dass all das nicht passieren wird. Eine Datenschützerin sagte einmal zu mir: „Gesetze sind technikneutral formuliert. Wie sie im Alltag funktionieren, wird erst durch Klagen entschieden.“ Und genau das ist das Problem. „Technikneutralität“ ist nichts, worauf man im Zeitalter der Digitalisierung stolz sein kann. Es sind analoge Ideen, die über eine digitale Welt gestülpt werden sollen. Die Reform erzeugt mehr Probleme als Lösungen. Was ist überhaupt „schützenswert“? Wo sind die Rechte der Kreativen, wenn nur in Konzernen gedacht wird? Wo gibt es Möglichkeiten, Inhalte zu bündeln, die die heutige Technik wirklich verarbeiten kann? Nun besteht die Reform nicht nur aus Artikel 13 und nicht nur Artikel 13 zeigt, wie wenig diese Reform für die Kreativen tut. Aber all das weiter auszuführen, würde hier zu weit gehen. Daher habe ich euch einmal ein paar mehr Texte/Videos/Seiten unten verlinkt, damit ihr euch weiter informieren könnt.

Was du tun kannst gegen Artikel 13

  1. Auf Saveyourinternet findest du eine Liste mit den deutschen Abgeordneten (Befürworter in Rot) mit der Möglichkeit diese zu kontaktieren (z.B. per Mail).
  2. Du kannst auch immer noch eine Petition auf Change.org gegen die geplante Reform unterschreiben.
  3. Du kannst an einer der geplanten Demos in ganz Deutschland teilnehmen. Nur wenn viele Menschen auf der Straße zu sehen sind, wird das auch von großen Medien aufgenommen, sodass viel Aufmerksamkeit auf das Thema gelenkt wird. Eine Liste mit Demo-Terminen gibt es z.B. auf Netzpolitik.
  4. Teilen. Teile Infos zu Artikel 13 – auf auf Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest, YouTube, Snapchat, Xing, LinkedIn, in kleinen und großen Foren, per E-Mail oder spreche mit anderen darüber. Nur wer Sichtbarkeit erzeugt, kann gehört werden.
UPDATE / Meinung

Inzwischen wurde die umstrittene Urheberrechtsreform im EU-Parlament bestätigt – trotz massiver Proteste online und auf Demonstrationen. Was ich dabei wirklich schade finde, ist dass immer nur von YouTube und „den Jugendlichen“ gesprochen wurde. Dass auch Datenschützer, Urheberrechts und Digital-Experten sowie viele Kreative gegen Artikel 11, Artikel 12 und Artikel 13 waren, las man selten. Alles wirkte ein bisschen wie eine Vendetta gewisser Großkonzerne und Politiker gegen YouTube und Google – und Facebook nimmt man natürlich auch noch mit. Dass ausgerechnet einige Politiker mit geradezu schockierender Ahnungslosigkeit in Sachen Internet und Digitalisierung glänzten (Axel Voss z.B. entdeckte auf Google eine „Memes-Rubrik“), ist höchst bedauerlich.  Zudem wurden immer wieder gezielt Fehlinformationen verbreiten, wie z.B. dass künftig jeder alles hochladen darf und dafür dann die etwaige Plattform haftet. Eine Bitte: Ladet keine Inhalte hoch, die euch nicht gehören. Denn natürlich könnt ihr in den meisten Fällen dafür weiterhin abgemahnt, verklagt und zur Kasse gebeten werden.

Noch ist nicht alles 100%ig in trockenen Tüchern. Die Wahrscheinlichkeit, dass alles so umgesetzt wird, ist jedoch recht hoch. Twitch dachte bereits laut darüber nach, EU-Nutzer in einem solchen Fall zu blocken und von Inhalten auszuschließen. Geo-Schranken. Das ist genau das, was Nutzer dazu ermutigt, sich andere Wege zu suchen, um an solche Inhalte zu kommen. Und das ist genau das, was niemandem etwas bringt. Im Gegenteil. Schade. Also warten wir einmal ab und schauen, wie das alles in der Praxis aussehen sollen. Ich befürchte, dass es viel Kollateralschaden geben wird…

Bist du dafür? Dagegen? Warum? Schreib einen Kommentare und diskutiere mit anderen. Dieser Text war hilfreich? Dann freue ich mich, wenn du ihn mit anderen teilst.

Quelle
Ergebnis der Trilog-Verhandlungen"Das 'absolute Unverständnis' des Axel Voss" - Golem"Interview mit EU-Abgeordnete Julia Reda" - HerrNewstimeAxel Voss im EU-Parlament"Artikel 13 Axel Voss nennt YouTuber Lügner & spricht von FAKE NEWS" - Kanzlei WBS"Europaparlament verbreitet einseitiges und irreführendes Video zur Urheberrechtsreform" - Netzpolitik.org
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2 Kommentare

  1. Hierzu noch ein Punkt, der noch einmal verdeutlicht, wie komplex das Problem ist:

    YouTube & Co. sind Werbeplattformen. Doch nicht nur, weil sie selbst Werbung schalten. Sie bieten Unternehmen und Kreativen eine Plattform mit sehr viel potentieller Reichweite – und das zunächst einmal kostenlos. Wenn eine Plattenfirma Song X von Künstler Y auf YouTube hochlädt, dann nicht so sehr mit dem Hintergedanken, dass man über das monetarisierte Video gemeinsam mit YouTube Geld verdient. Es geht hier vielmehr um Marketing. Um Branding. Um Werbung. Und die ist „kostenlos“.

    Wird ein Video auf YouTube monetarisiert, so verdienen der Kanal, der das Video hochgeladen hat sowie YouTube daran, dass hier Werbung geschaltet wird. Aber nicht alle Kanäle tun dies. Einige können nicht monetarisieren, weil YouTube hier für kleine Kreative einen Riegel vorgeschoben hat. Andere wollen dies gar nicht. Denn wenn Unternehmen X mit hoher Abonnentenzahl und Reichweite Werbung zulässt, so kann auch Konkurrent Y hier Werbung schalten. Konsequenz: Unternehmen X gibt vielleicht Reichweite, potentielle Kunden und damit indirekte Verdienstmöglichkeiten, wie z.B. Event-, TV- und Bücher-Deals an ein anderes Unternehmen ab. Und das ist teuer.

    Es ist also zu pauschal zu sagen, nur YouTube verdient mit Inhalten Geld. Das tut es sicherlich nicht. Und das gilt auch für andere Plattformen. Natürlich sind Verlage und Unternehmen entzürnt, dass sie z.B. auf Facebook immer öfter Reichweite mit Werbung kaufen „müssen“ und diese nicht mehr kostenlos ist.

    Die Frage ist doch: Wie kann man solche Plattform-Modelle so „weiterrechnen“, dass diese Komplexität mitgedacht wird. Denn wie oben geschrieben, ist auch ein Songcover „Werbung“ für den eigentlichen Song. Wenn ich ein Bild von einem Star poste, ist auch das irgendwie Werbung, weil ich die Marke Star bekannter mache. Und die Frage ist doch auch: Warum wird Reportage X bei YouTube illegal hochgeladen? Vielleicht weil es sie nirgends sonst zu sehen/kaufen gibt? Also heißt es, auch einmal draufzuschauen, wie man offizielle Inhalte noch besser zur Verfügung stellen kann. Lange haben sich Konzerne ja gegen Systeme wie Spotify gewehrt. Heute würde ich behaupten, dass damit viele abgefangen werden, die ansonsten illegal hören würden.

    Keine Frage: Rechteinhaber sollen auch Rechteinhaber bleiben und gemeinsam mit den Kreativen an ihren Inhalten verdienen. Aber nun ein analoges Gesetz auf eine digitale Entwicklung zu stülpen, ist so als würde man sagen, dass was für den Katalog funktioniert hat, wird auch schon für Apps funktionieren. Getreu dem Motto: Die Zukunft ist Print. Jede Plattform funktioniert anders. YouTube ist nicht Reddit. Reddit ist nicht Tumblr. Tumblr ist nicht Instagram. Instagram ist nicht Pexels. Pexels ist nicht Wikipedia. Ein echter Trilog hätte so ausgesehen, dass man schaut, was können Plattformen, was können Rechteinhaber und was können Kreative anbieten und was erhalten sie im Gegenzug. Und dann auch zu schauen: Wie kann man das auch auf andere Medien übertragen. Denn regelmäßig sehe ich auch Urheberrechtsverletzungen, die von Verlagen und Fernsehsendern begangen werden, weil Social-Media-Inhalte ja „umsonst“ sind. Sind sie nicht. Für niemanden.

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